Gruesse aus Chengdu

Hallo zusammen,
ich melde mich nochmal vom Flughafen in Chengdu, bevor der Flieger nach Guilin abhebt. Wir werden heute Abend so um 21:00 Uhr in Guilin im Hotel ankommen und bald nach Yangshuo weiterreisen. Vielleicht koennen wir fuer die Strecke sogar ein Boot oder kleines Schiff nehmen, es wird dann aber etwas dauern, dafuer koennte man den Fluss Li geniessen.
Wenn wir dem Wetterbericht glauben koennen, wird es in Guilin sehr warm sein, dafuer aber regnen. Nun gut wir werden sehen.
Gestern waren wir noch in Emei und sind zwei Stunden mit dem Bus auf den Berg gefahren, dann eine Strecke bergauf gewandert, vorbei an den Affen, die gar nicht so schlimm sind und anschliessend mit der Gondelseilbahn auf den Gipfel in etwas ueber 3000 Meter Hoehe. Der heilige Berg der Buddhisten ist wirklich sehr beeindruckend. Was mich vor allem erstaunt hat, ist die wechselnde Vegetation auf der Strecke von unten nach oben. Unten in Emei sieht man bei schoenen 30 Grad Bambuswaeldchen, Bananenstauden und allerlei tropische Gewaechse (Ich bin leider kein Botaniker) und nach und nach verschwinden diese auf dem Weg nach oben, bis man oben alpine Vegetation bei 5 Grad hat. Es gibt natuerlich auch immer Touristen, die darauf in keinster Weise vorbereitet sind und dann oben in Flipflops und Hemdchen dastehen und sich einen abfrieren. Die Landschaft ist grandios, aber als wir dort waren, war es recht neblig und wir konnten nur auf ein Wolkenmeer schauen, aber immerhin hat es nicht geregnet, was dort an 200 Tagen im Jahr der Fall ist. Es ist aber schon beeindruckend, den Nebel an den steilen Haengen hinaufsteigen zu sehen.
Und nun folgt Guilin, noch weiter im Sueden und noch etwas waermer, wie ich vermute. Meine Reise neigt sich damit schon dem Ende yu und ich werde auf diesem Blog noch viele Bilder nachreichen muessen, wenn ich zu Hause bin, denn ich habe hier nicht immer WLAN und manchmal sind nicht ale Seiten erreichbar, die ich erreichen moechte, aber man muss es nehmen, wie es kommt.

Mir sind heute zwei aeltere Herrschaften in Chengdu begenet, die die Gelegenheit einen Nichtchinesen zu treffen gleich nutzen mussten, um ihr Englisch zu testen, einer der beiden sprach ganz gut. Aber ist doch auffaellig, dass man im Westen weniger westliche Touristen sieht, als in den Staedten an der Ostkueste. Dafuer sieht man viele buddhistische Moenche und es gibt viele Kloester. Aber allzu weit weg von Tibet ist man hier auch nicht mehr. Diese Kloester scheinen mir auch Paradiese fuer Voegel und Schildkroeten zu sein, denn diese Veganer stellen fuer diese armen in China verfolgten Arten keine Gefahr dar und bieten Schutz und Verpflegung, es sei denn sie fallen Katzen zum Opfer, die man in den Kloestern auch gelegentlich trifft.

So, nun muss ich langsam zum Gate und hoffe mich bald wieder melden zu koennen.
So verbleibe ich derweil mit schoenen Gruessen aus China

26 April, 2013 09:06

26 April, 2013 09:04

Ich melde mich nun aus Chengdu, wo wir heute Nachmittag angekommen sind. Chengdu ist zum Glueck von dem Erdbeben nicht betroffen, aber es ist noch nicht ganz sicher, ob und wie wir zum Emei-Shan kommen, den wir uebermorgen erwandern wollen. Die Strasse dorthin ist fuer den Verkehr gesperrt, und steht nur den Hilfstransporten zur Verfuegung, wie ich gehoert habe. Es gibt aber anscheinend einen Zug, mit dem wir dorthin fahren koennen. Morgen werden wir uns aber erstmal Chengdu anschauen oder in ein Pandaschutzgebiet fahren.

Chengdu liegt drei Zeitzonen von Beijing entfernt, hat aber die gleiche Beijinger Zeit. Es wird also Morgens laut Uhr spaet hell, aber dafuer ist es Abends lange hell. Jetzt um Mitternacht sind es immernoch circa 18 Grad und ich kann am offenen Fenster sitzen, bin allerdings kein Stueck muede, da es ja eigentlich erst 21:00 Uhr ist……

In Shanghai war das Wetter recht durchwachsen, so konnte man gestern im T-Shirt gehen, aber Abends als es anfing zu regnen, wurde es doch etwas kuehl.

Gestern durfte ich noch einen kleinen Vortrag mit Diskussion am CDHK der Tongji University halten und es waren zwar nicht viele Studierende da, aber dafuer sehr wache und interessierte. Es hat mich schon erstaunt, wie offen diese jungen Studierenden uber soziale Ungerechtigkeiten, Meinungs- und Pressefreiheit und die falsch verstandene gesellschaftliche Harmonie in der chinesischen Gesellschaft diskutiert haben, ohne dass man die Diskussion selbst anstossen musste. Diese junge Generation von Akademikern, die in eine ungewisse Zukunft mit Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlten Aushilfs- oder Praktikumsstellen sehen, birgt einen nicht zu unterschaetzenden sozialen und politischen Sprengstoff. Aber ich glaube, die neue chinesischen Fuehrung ist sich dessen durchaus bewusst und wird nicht unerhebliche Anstrengungen unternehmen, um diesen jungen Leuten eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen.

Aber das nur am Rande. Es gibt auch immer wieder merkwuerige und kuriose Dinge in China zu sehen. So habe ich noch niemals vorher jemanden in voller Fahrt aus dem Taxifenster kotzen sehen, Glueckwunsch an die nachfolgen Mopedfahrer. Und was die Kueche angeht, mache ich Fortschritte, aber man muss ja nicht alles essen. Qualle habe ich nun auch probiert, aber ich werde es nicht wieder tun. Ich fand es eigentlich nur zaeh, knorpelig und ziemlich geschmacksneutral. Ochsenfrosch werde ich aber nicht essen, wenn es sich vermeiden laesst. Die gruehmte Sichuankueche wird ebenfallsnicht mein Favorit, da es mir insgesamt einfach zu scharf ist und ich esse eigentlich gerne scharf. Vieles schmeckt aber einfach nur nach Oel, Chillies und Sichuanpfeffer, der einem die Zunge betaeubt. In Shanghai waren wir nach dem Vortrag in einem Restaurant mit Sinkiangkueche, was schon eher meinem Geschmack entspricht. Und langsam ist es soweit, dass ich mich nach einem einfachen Salat sehne, nichts besonderes, nur ein paar Tomaten ein paar Blaetter Gruenzeug und ein einfaches Salatdressing.

Mein Hotelzimmer hier in Chengdu ist auch recht kurios. Eigentlich haette ich mir das denken koennen, bei der Zimmernummer 8888. Es handelt sich um so eine Art Flitterwochen oder Hochzeitszimmer mit runden Bett und wirklich sehr spaerlicher Beleuchtung, ich frage mich, wie ich hier ein Buch lesen soll. Die spaerliche Beleuchtung hat aber den Vorteil, dass man Abends den Teppich nicht gut sieht, dessen urspruengliche Farbe ich nicht mal erraten kann. Jetzt chargiert es zwischen dunkelbraun und hellem beige in wilden Mustern, die von vergangenen Feiern, Getraenken, Mahlzeiten etc. berichten. Barfuss wuerde ich hier nur unter Zwang laufen. Der Fernseher ist aber immerhin einen Meter breit und einen Computer gibt es auch, ich frage mich, wie chinesische Flitterwochen aussehen. Son nun werde ich noch versuchen das Zimmer so umzugeatlten, dass ich irgendeine Form von Licht ans Bett bringe, um noch ein paar Seiten zu lesen und melde mich hoffentlich in Kuerze auch mit ein paar Bildern.

Uebrigens ist es auch ganz spannend mit einem Computer zu arbeiten, der nur chiesische Menues hat und zwischendurch immer wieder versucht, meine Eingaben in chinesische Schriftzeichen umzuwandeln, merkwuerdiger weise, aber nur gelegentlich und mithilfe zweier Figuerchen, die aussehen wie in diesen alten Liebe ist Cartoons….

Viele Gruesse, diesmal aus Chengdu

Gruesse aus Nanjing

Hallo aus Nanjing,

ich bin nun schon einige Tage in China und hatte noch keine Gelegenheit, meine Seite zu aktualisieren, da es von China aus nicht so leicht ist, an die Seite zu kommen, aber jetzt habe ich einen Umweg gefunden und hoffe auf diese Weise von Zeit zu Zeit eine Meldung aus China machen zu koennen und das eine oder andere Bild zu veroeffentlichen.

Heute ist Donnerstag der 18.04.2013 und ich werde schon am Samstag nach Shanghai weiterfahren. In Nanjing haben wir schon Sommer, gestern waren es an die 30 Grad, aber heute ist es etwas windig und etwas kuehler. Wir waren heute am Mausoleum von Sun Yat-sen und anschliessend haben wir erneut ganz hervorragend gegessen, in einem kleinen versteckten Restaurant.

Am 16.04. waren wir in Beijing im Kunstbezirk 798, wo ich ein paar gute Fotos machen konnte. Wir haben dort ein paar Galerien besucht und ich muss sagen, dass die zeitgenoessische chinesische Kunst nicht zu verachten ist und es ganz hervorragende Kuenstler gibt. Wir haben dort natuerlich nur einen winzigen Ausschnitt der chinesischen Kunst gesehen, kaum im Promillebereich auszudruecken und 798 ist nun auch schon etwas kommerziell geworden und viele Kuenstler sind schon weitergezogen, also weiter nach draussen, wo es billiger ist. Wir konnten dort draussen dann auch noch einen mit Ai Weiwei befreundeten Kuenstler treffen und in seinem Atelier besuchen. Er ist nun auch schon recht bekannt und kam gerade von einer Ausstellung seiner Kunst in Chile zurueck und wir nun seine Werke in Shanghai ausstellen und dort uebernaechste Woche mit dem Aufbau beginnen.

Wir haben mit ihm zusammen in einem kleinen Lokal direkt gegenueber von Ai Weiwei gegessen, der uns auch noch telefonisch den Weg beschrieben hat. Aber ich will ja niemanden mit Details langweilen.

Fuer mich war es natuerlich schoen in Nanjing am Jingling College Lin wieder zu treffen und sie hat dort einen schoenen Vortrag ueber ihre Arbeit an der Tongji University Shanghai gehalten. Wir wurden am Jingling College sehr herzlich aufgenommen und Frau Kong die leiterin der Deutschabteilung hat extra eine Anreise von zwei Stunden auf sich genommen, um uns dort begruessen zu koennen. Sie kuemmert sich wundervoll um ihre Studenten und man merkt, dass sie bei den Studierenden sehr beliebt ist.

Mit den Studierenden haben wir auch in Gruppen einen Spaziergang ueber den campus gemacht und wenn die Studentinnen in meinem Fall erst einmal aufgetaut sind, koennen sie einem Loecher in den Bauch fragen. Schoen war diesmal natuerlich, dass wir in der echten Mensa gegessen haben und nicht in einem extra reservierten VIP-Raum. Es war wirklich sehr nett mit den Studentinnen in der Mensa zu essen. Es gibt dort vier Stockwerke und in jedem Stockwerk geschaetzte 40 verschiedene Gerichte zur Auswahl.

Ich melde mich hoffentlich bald wieder und werde auch versuchen ein paar Bilder zu schicken.

Morgen ist Abflug

Morgen um 17:15 Uhr hebt meine Maschine ab in Richtung Beijing. Ich hoffe, dass der Flug und die Einreise glatt gehen, denn neulich habe ich erfahren, dass ich schon um 10:00 Uhr einen Termin habe. Die Bewerber für den vierten Durchgang des China-Traineeprogramms stellen sich vor und ich habe die Ehre an den Gesprächen teilnhemen zu dürfen. Soweit ich gesehen habe dürfen wir uns wieder auf sehr gute Trainees freuen und ich würde am liebesten alle zulassen, aber es sollen maximal 14 werden, wenn ich richtig informiert bin.
Übrigens für alle die es nicht kennen:
Das China-Traineeprogramm ist ein Projekt des Deutschen Studentenwerks und der Robert-Bosch-Stiftung und ist letztes Jahr als einer der 365 ausgewählten Orte im Land der Ideen ausgezeichnet worden. Mehr erfahren kann man auf der Seite www.china-traineeprogramm.de
Ich freue mich auch darauf viele nette Freunde und Kollegen und Kolleginnen aus dem Programm wiederzusehen und vor allem „meine“ beiden bisherigen Trainees Lin und Yin.

Ach ja, das Landmark Hotel in Beijing kann ich schon allein wegen des Frühstücks empfehlen, es gibt einfach alles, was man sich weltweit so unter Frühstück vorstellen kann.

Ich hoffe mich bald wieder zu melden, wenn ich den Blog von China aus erreiche, was ich sehr hoffe.

Kurzmitteilung

Hallo zusammen,

ich hatte ganz vergessen zu schreiben, von wem das tolle Foto oben mit dem Schwein ist.

Dieses Foto hat Yin Zhang, ein begnadeter Fotograf aus Nanjing, in Ulm aufgenommen. Entstanden ist das Foto auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Hallo Yin, ich hoffe, Du erlaubst mir, dieses Foto zu verwenden und vielleicht darf ich bei Gelegenheit noch das eine oder andere Foto von Dir in diesem Blog veröffentlichen.

Yin wird mich bei meiner Reise in China begleiten und wir werden eine schöne Zeit zusammen haben.