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Tank man

Felix Lee hat am Samstag den, 30.05.2014 einen Artikel in der TAZ über das Massaker vom Platz des himmlischen Friedens vor 25 Jahren veröffentlicht.

Das Thema ist das größte Tabu in China, leichter lässt sich noch über die Tibetfrage über Xinjiang oder über Pressefreiheit diskutieren. Das Thema Massaker vom Tian anmen wurde in China solange mit Repressalien und Verhaftungen unterdrückt, dass die junge Generation nahezu nichts mehr darüber weiß. Felix Lee schreibt, dass sogar die Gräber der Ermordeten versteckt und unbekannt sind. Nichts soll daran erinnern, es soll keinen Ort des Gedenkens oder des stillen Protests geben.

Noch heute wird jede Diskussion über die Ereignisse vom Mai und Juni 1989 verfolgt, sodass die Blogger die riskieren, etwas darüber zu schreiben vom 35. Mai schreiben, damit die Suchfilter der Behörden das Datum 04.06. nicht herauslesen können. Jedem, der sich in China mit den damaligen Ereignissen öffentlich beschäftigt, droht Verhaftung. Ob allerdings die Strategie der Partei und Regierung aufgeht, das Thema solange zu unterdrücken, bis jegliche Erinnerung daran im kollektiven Gedächtnis gelöscht ist und das Massaker damit aus der jüngeren Geschichte Chinas verschwindet darf bezweifelt werden, da der Opfer zu viele waren. Die Angaben über die Zahl der Opfer, die zu Tode gekommen sind, übrigens niemand auf dem Platz des himmlischen Friedens selbst, aber in der Umgebung und später durch Hinrichtungen schwankt sehr stark, auch dies ein Zeichen dafür, dass bis heute nicht der Ansatz einer Aufarbeitung stattgefunden hat. Die Angaben zu den Opferzahlen schwanken zwischen 200 und mehreren Tausend.

Zu hoffen ist, dass die halbe Million chinesischer Studierender, die im Ausland studieren sich über die Ereignisse jenseits der chinesischen Zensur informieren und die Erinnerung an die Opfer aufrechterhalten.

Über Deng Xiaoping, der das Massaker anordnete hat Felix Lee eine Biografie geschrieben, die gerade erschienen ist: „Macht und Moderne: Chinas großer Reformer Deng Xiaoping. Die Biografie“

Zu empfehlen ist natürlich auch Liao Yiwu: „Die Kugel und das Opium“.

Liao Yiwu wurde wegen seines Gedichtes über das Massaker verhaftet und lebt heute in Berlin im Exil.

 

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